Vorwort: Jaaa, ich bin ein schlechter Mensch. Da hab ich mich einfach für drei Wochen davongemacht, bei Oma einquartiert und auf der faulen Haut gelegen. Ich entschuldige mich an dieser Stelle, gelobe Besserung und hau mir selbst mal auf die Finger. Oder vielleicht besser nicht, ich brauch sie im Moment. Aber ich hol´s nach!  - Vorwort Ende.

Wie immer zu dieser Zeit des Jahres, wenn der Sommer endet und der unbarmherzige Herbst (und Winter.. oh Gott, besser nicht dran denken) vor der Tür steht, überschlagen sich gerade alle Fashion-Magazine mit tollen Trends und Sachen, die Frau unbedingt dringendst im Schrank haben muss, wenn sie nicht riskieren möchte von einer Horde wild gewordener Fashionistas mit Äxten und brennenden Fackeln die Straße hinuntergejagt zu werden.

Der September ist schließlich “the january in fashion!” ( Zitat aus.. na wer weiß es? Als Preis winkt eine fast echte Birkin Bag!)

Keine Sorge, ich habe nicht vor im Folgenden die gefühlt 546 Trends nochmal durchzukauen, die hier und dort schon ausgerufen wurden.

Nein nein, noch viel besser.

Ich möchte die nachfolgenden Zeilen den fünf auffälligsten (sprich: penetrantesten) Trends der aktuellen Herbst und Winter Kollektionen widmen. Diese Glücklichen Fünf habe ich nun in meiner bekannt nüchtern, objektiven Art in einer ganz unschuldigen Top 5 hier versammelt.

Von Platz 5 wie “Hmm.. interessant.” zu Platz 1 wie “Aus dem Weg du Stück, ich hab´s zuerst gesehn!”.

 

Klingt aufregend, nicht wahr?

Dachte ich mir auch.

Also dann 3, 2, 1.. los!

 

 

Platz 5: Texture

Heißt: Na, alles was schön kuschelig aussieht, natürlich. Man könnte jetzt noch nach Strick und (Lamm)Fell trennen aber im Enddefekt gilt: Viel Volumen, viel Stoff, gefühlte 3 Kilo mehr am Oberkörper.

Hier von: Gucci.

Ich sage: Hmm, naja. Dasselbe Problem wie mit den (Fake)Fur-Westen und Jacken in den letzten Jahren. Alles was Volumen dazuschummelt eignet sich eigentlich nur für Damen die selber über wenig Volumen verfügen.

Kann tragen wer: Einen BMI von unter 20 und Bleistift-Beine hat. Tu ich nicht, hab ich nicht – blöd. Schnell weiter zu Platz Vier!

 

 

 

 

Platz 4: Snakeskin

Heißt: Selbsterklärend. Ob echt oder als Print bleibt ganz der Trägerin (und ihrer Kreditkarte) überlassen.

Hier von: Gucci (oben) und Thakoon, Derek Lam & Roberto Cavalli (v. l. n. r. , unten)

Ich sage: Normalerweise gar kein Fan von Animal-Prints jeder Art (Nashorn fände ich mal schön) muss ich hier doch mal sagen, dass die Umsetzung gefällt. Zumindest auf den leichten Stoffen und ungelackt. Head-to-Toe wird es allerdings schon schwierig. Ein einzelnes Teil so zu kombinieren, dass es nicht nach gelangweilter Millionärsgattin aussieht, ist schon nicht ohne.

Da fällt mir doch ein: Ich hab irgendwo eine nicht wirklich echte Schlangenlederhandtasche rumliegen. Jetzt nur noch finden und ich bin gerettet! Also ein Häkchen von mir neben Platz 4.

Kann tragen wer: Sich traut. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt.

 

 

Platz 3: Metallic

 

Heißt: Alles was glänzt, glitzert und schimmert und nach viel Handarbeit aussieht. Sei es nun barocke Opulenz oder cleanes, metallisches Understatement.

Hier von: Zac Posen (oben) und Givenchy (unten).

Ich sage: Goil! Pardon, also ähm..hübsch. Ich bin ja, wie aufmerksame Leser wissen, kein großer Fan von minimalistischen Looks, da kommt mir die neu entdeckte Opulenz gerade recht. Wenn man nun nur noch eines der guten Stücke finanzieren könnte, denn die preisgünstigeren Varianten dieses Trends sehen meist schwer nach Faschingskostüm aus. Leider.

Kann tragen wer: Das passende Kleingeld parat hat und das Wort “Overdressed” nicht kennt.

 

Platz 2: Farben

Heißt: Edelsteine wohin das Auge blickt. Von Saphirblau (mein persönlicher Favorit und wie man sieht auch die bevorzugte Variante auf den Laufstegen) über Smaragdgrün, Topasgelb, Rubinrot und hach.. ihr wisst was ich meine.

Hier von: Zac Posen (oben) und Gucci (mitte und unten).

Ich sage: Nichts wirklich Neues eigentlich, die Farben kennen wir vom Color Blocking ja alle schon aber, dass sie sich auch in die kalten Tage hinüber retten- großartig! Ich liebe es. Und eine blaue Lederjacke plus königsblaues Kleid befinden sich praktischerweise schon im Schrank. Hier also auch: Check! Kein Platz für dumme Witze.

Kann tragen wer: Lust hat. There´s a color for everybody! Los, Machen! Hellt die trüben Tage ein bissl auf, Ladies!

 

 

 

 

Platz 1: Lack und Leder

Heißt: Eben Lack und Leder. Oder auch: Lackleder.

Hier von: Zac Posen (ja, ich bin Fan).

Ich sage: Wie die Platzierung schon zeigt mein persönlicher Lieblingstrend. Nicht, weil ich ein verkappter Rockstar oder bekennender S/M-Freund bin (oder doch? Es darf gerätselt werden) aber Leder hat einfach etwas unbestreitbar Cooles an sich. Sexier ohne tatsächlich viel Haut zu zeigen geht es eigentlich nicht. Schwer für tagsüber, das stimmt aber abends unschlagbar.

Kann tragen wer: Keine Lust hat selbst für seine Drinks zu zahlen. Mehr unterschwellige Erotik und Sex-Appeal kann man bekleidet nicht ausstrahlen.

Das war´s auch schon- fast.

Ein paar Trends mussten natürlich auf der Strecke bleiben (Punkte, Floral Prints, Dandy, 60s, Preppy, Garconne, Spitze usw. usf..), sonst wäre das Ganze hier noch komplett ausgeartet.

Letzen Endes bleibt nur noch zu sagen: Bei den ganzen Möglichkeiten scheint es eigentlich fast schon wurscht, was man morgens überwirft, irgendeinen der 546 Trends trifft man immer. Als Quellen der Inspiration mehr als, als Modediktate, taugen sie allerdings alle.

In dem Sinne: Ich wünsche fröhliches Kreditkartenlimit-Überziehen!

Until we meet again!

Bisou.

O.

 

Nachtrag 1: Ich gelobte ja bereits Besserung und tatsächlich erscheint der nächste Post, nicht erst im Frühjahr 2012 sondern sehr bald. Quasi fertig das gute Stück. Also bleibt mir treu. Beim nächsten Artikel hab ich sogar Unterstützung.

Nachtrag 2: Ich dachte nach soviel Mode, Trends und dem ganzen Schi Schi, brauchen wir zum Abschluss noch was lockeres. Also hinhören und mitsingen! F-A-M-O-S!

 

 

Photos via: www.elle.com